12. März 2013 | 4 Comments Hallo zusammen und willkommen zu einem neuen Posting! Wie letzte Woche kurz angesprochen stelle ich euch Heute das Kirby CMS vor. Und auch wenn ihr vielleicht noch nicht von diesem tollen CMS gehört habt gibt es bereits viele Nutzer 🙂 Was unterscheidet das Kirby CMS von anderen System? Ganz einfach: Das Kirby CMS benutzt keine Datenbank zum speichern von Seiten, Content und sonstigen Daten – Das System arbeitet mit Dateien im Dateisystem. Die benutzten (*.txt) Dateien basieren dabei auf einer leicht zu lesenden eigenen Syntax / Formatierung – Und diese, das muss man einfach so sagen, hat es echt in sich! Durch das fehlen einer Datenbank sind wir nicht länger an festgelegte Strukturen (einer Tabelle) gebunden sondern verfügen auf jeder Seite über frei wählbare Attribut-Namen und Datentypen. Dieses Konzept ist anfangs evtl. etwas verwirrend, bietet aber großartige Möglichkeiten! Falls ihr übrigens denkt „Wie blöd, dann muss ich ja jede Änderung direkt an den Dateien vornehmen – Nicht besonders Benutzerfreundlich!“ liegt ihr falsch. Das „nackte“ CMS verfügt zwar über keinerlei Web-Interface, doch das Feature namens „Panel“ kann man sehr schnell und einfach nachrüsten. Generell gibt es eine große Menge an Plugins, Snippets und sogar vorgefertigten Themes. Obwohl Kirby CMS über viele Features und (optionale) Erweiterungen verfügt ist der eigentliche Core mit grade mal etwa 415kB und nur knapp über 30 (!!!) Dateien (ohne Readme, License und mitgelieferte Templates / Snippets / Assets / Content) verflucht Schlank. Wo liegen die Daten und wie funktioniert die Seitenstruktur? Im Hauptverzeichnis des Kirby CMS finden wir einen Ordner namens content (Inhalt siehe links). Dieser beinhaltet gleich vier Dinge: 1. Die eigentliche Seitenstruktur 2. Den tatsächlichen Inhalt unserer Seiten 3. Die Sortierung der Menüs 4. Den Namen des zu nutzenden Templates Gelöst wurde das alles durch sowohl einfache, als auch geniale Ideen: Wie wir sehen, beginnen einige der Ordner mit Zahlen – Diese repräsentieren die Sortier-Reihenfolge in den Menüs. Gleichzeitig werden Verzeichnisse ohne führende Nummern nicht in den Menüs dargestellt (z.B. „home“ und „error„). Diese gelten als unsichtbar, sind aber dennoch erreichbar! In den jeweiligen Verzeichnissen befindet sich stets eine Textdatei, dessen Inhalt den tatsächlichen Content der Seite enthält. Dieser kann aus mehreren Datensätzen und verschiedenen Formatierungen bestehen: Title: Überschrift ---- Text: Dieser Text soll auf der Seite ausgegeben werden. Die Wahl der Formatierung bleibt uns überlassen! ---- Author: Leonard Fischer Der Name der Textdatei spiegelt dabei den Namen des zu nutzenden Templates wieder. Kann ein Template (z.B. „about-us“ oder „project“) nicht gefunden werden, wird das standard Template („default“) benutzt. Wie wird der Content gepflegt? Was sind die Features? Generell spart das Kirby CMS nicht wenn es um großartige Features geht… Mit Hilfe einfachster Formatierung lassen sich allerhand coole Dinge machen – Das geschieht mit Hilfe des eingebauten „Kirbytext“! Kirbytext ist eine Erweiterung von Markdown und bringt viele weitere Funktionen mit! Und natürlich lässt sich „Kirbytext“ wiederum mit eigenen Tags und Attributen erweitern 😉 Ihr wollt Beispielsweise ein Youtube Video auf eurer Seite darstellen? Gar kein Problem! Title: Mein Seitentitel ---- Text: ## Überschrift zweiter Ordnung Fließtext... Hier können wir **Markdown Syntax** benutzen! Nun ein Absatz, und das versprochene Youtube-Video (youtube: http://www.youtube.com/watch?v=iCkYw3cRwLo) Soll das Video eine bestimmte Größe erhalten? (youtube: http://www.youtube.com/watch?v=iCkYw3cRwLo width: 640 height: 480) Oder wie wäre es mit Vimeo? (youtube: http://vimeo.com/38195013) Es gibt aber noch viele weitere eingebaute Features 🙂 Sollte ein gewünschter Dienst oder ein wichtiges Feature fehlen gibt es zwei Möglichkeiten: Ihr entwickelt ein eigenes Tag, dank des erweiterbaren Kirbytext Ihr schlagt eure Idee dem Entwickler vor (Weit unten „Something’s missing?“) Was ist mit der Intuitiven Nutzung? Nun, wie anfangs beschrieben muss man nicht zwingend den Content seiner Seite direkt in den *.txt Dateien ändern – Hierfür gibt es das „Panel„… Doch ich muss an dieser Stelle sagen, das es sich dabei um ein „eher zweckmäßiges“ Backend handelt. So weit ich es gelesen habe, ist das aber auch beabsichtigt – Das System lädt zum „erweitern“ ein, es bietet uns eine mehr als solide Grundlage. Für Leute wie mich ist das absolut okay – Also Entwickler, die im Fall der Fälle selbst Hand anlegen können und wissen was alles möglich ist. Für andere („Normale„) Nutzer ist das CMS ggf. weniger geeignet, weil man sich doch durch die ein- oder andere Konfigurations- oder PHP-Datei arbeiten muss… Grade im Vergleich zu den „großen Brüdern“ (WordPress, ProcessWire, joomla, …). Wo ist der Haken? Im Gegensatz zu Tools wie z.B. WordPress oder ProcessWire ist Kirby zwar sehr schnell einsatzbereit, jedoch nicht ganz so intuitiv – Ein Blick in die (ausgezeichnete!) Dokumentation oder die Tutorials lässt sich wohl nicht verhindern. Um gut mit dem CMS arbeiten zu können sollte das „Panel“ unbedingt aktiviert sein – Hier ist dann allerdings etwas Konfiguration nötig um es den eigenen Wünschen genauer anzupassen. Ein weiterer … naja „Haken“ ist folgender: Das Kirby CMS ist nicht kostenlos. Doch der Preis (Aktuell: 39$ bzw. 30€) ist wirklich fair und gerechtfertigt, wenn man die Arbeitszeit bedenkt die in dieses Projekt geflossen ist. Von daher sollte das kein wirkliches K.O. Kriterium sein. So… Leider habe ich nicht ganz alle Punkte abgehandelt, die ich ursprünglich eingeplant hatte, doch an dieser Stelle werde ich mal langsam Schluss machen. Ich werde bestimmt bald noch mal was zum Kirby CMS schreiben, ich werde mich da nur noch etwas genauer mit befassen – Vor allem was Formatierung, Templating, Plugins und Snippets angeht – Es bleibt also spannend! Mit diesen Worten wünsche ich euch eine angenehme Woche und Happy Coding!
Hi, schönes Review. Bin auch ein begeisterter Nutzer und kann dir nur zustimmen – Kirby ist wirklich ein großartiges CMS. Für meine kleineren Projekte hat es sich wirklich bewährt. Im Gegensatz zu WordPress und Co sind meine Seiten jetzt viel schneller einsatzbereit. Antworten
Leider hat Kirby einiges, was für Anfänger gar nicht passt. Mindestens ein Teil des Supports bietet selbst an Webseiten zu bauen. Da liegt es nahe und passt auch zum Verhalten im Forum, dass vieles nicht wirklich beantwortet wird. Warum sollte man sich auch Mitbewerber aufbauen. Bei den Themes gibt es wenig brauchbares, das kein Geld kostet. Auch hier dürften ein paar wenige gutes Geld verdienen und halten sich Nachahmer außen vor. Kirby gibt es schon lange, aber im Gegensatz zu anderen Systemen gibt es sehr wenig das kostenfrei ist. Das wirkt künstlich und hat aus meiner Sicht Methode. Eben indem man den Support nur rudimentär anbietet und sehr oft beim Lösen von Aufgaben nicht hilft. Bei den Tags gibt es keine gute Lösung für eine Übersetzung, normalerweise sollten Tags wie alle anderen Felder auch einfachst übersetzt werden können. Wenn man Tags einsetzen und z.B. in mehreren Sprachen auch verlinken will, muss man sich mit Tricks behelfen oder was programmieren lassen. Dabei wird schon seit Jahren über Lösungen diskutiert. In den Docs merkt man als Anfänger sehr schnell, dass da „Fachidioten“ aktiv waren und sehr, sehr oft nicht daran denken, dass ein Satz mehr Anfängern massiv helfen würde. Zum Beispiel in dem man den Filenamen/Ort angibt, wo irgendwas eingetragen werden muss. Zusammengefasst scheint man den Markt an Anbietern bewusst klein zu halten indem man es Neulingen realtiv schwer macht sich einzuarbeiten. Ich selbst habe mittlerweile ca. 80 Stunden investiert und mindestens zwei Drittel hätte ich mir sparen können, wenn die Docs an manchen Stellen besser gemacht wären bzw. die Beispiele um alles erweitert wären, was völliger Standard ist. Ich ahne, dass viele auf dem Weg aufgeben bzw. sich dann doch etwas gegen Geld bauen lassen statt es selbst zu machen. Will man nur eine einfache Seite ohne mehrere Sprachen ist das System prima, soweit man den Ehrgeiz hat vieles selbst herausfinden zu wollen. Da ich in einem längeren Urlaub aktuell viel Zeit habe, mache ich das. Im normalen Leben hätte ich das System schon längst wieder gelöscht, weil die Einarbeitung aufgrund der aus meiner sicht absichtlichen Blockade von Infos, viel zu lange dauert. Antworten
Hallo Martin, vielen Dank für deine Erfahrung mit dem Kirby CMS – ich kann da leider kaum mitreden, ich habe diesen Beitrag vor knapp über neun Jahren geschrieben und mich danach nur noch kurz mit dem CMS und dem Toolkit beschäftigt. Produktiv habe ich es nie eingesetzt. Ich habe entweder komplett eigenen Code geschrieben (mittels Framework) oder andere Tools wie z.B. ProcessWire (https://processwire.com/) oder WordPress (https://wordpress.com/de/) benutzt. Viele Grüße Leo Antworten